Dienstag, 23. Februar 2010

Tierra del Fuego oder Feuerland

Hallo Leute,

ich melde mich aus Porvenir, ein kleines gottverlassenes Staedtchen an der Magelanstrasse. Hier beenden wir die Durchquerung von Tierra del Fuego oder auch Feuerland. ( fuer mich Land der Winde )
Der Flug von Buenos Aires nach Ushuaia ist ohne Probleme abgelaufen. Selbst die je 30 kg Uebergepaeck mussten wir nicht bezahlen.
Aus dem Flieger konnte man die ersten Blicke auf Feuerland werfen und da stockte mir schon der Atem. Hier willst du mit dem Fahrrad duchfahren ? Ja !
Am Flughafen haben wir dann schnell unsere Raeder zusammengebaut und sind nach Ushuaia zum einkaufen. Wir haben beschlossen gleich aus Ushuaia rauszufahren, da dass Wetter mit viel Sonne sehr schoen war. Ushuaia gilt als suedl. Staedchen der Welt und ist somit fuer Touris sehr beliebt. Viele beginnen hier Kreuzfahrten in die Antarktis oder beenden Weltreisen mit dem Rad. Das Stadchen ist voll mit Bars, Shops u.s.w aber wir wollten endlich los dass Ganze hatten wir schon in Buenos Aires.
Wir haben also den Einkaufswagen vollgeladen, wo ich mich schon gefragt habe wie sollen wir dass alles transportieren, aber letztendlich ging es auch. In den nachsten 230 km soll es, wenn ueberhaupt, nur eine Versorgungsmoeglichkeit geben.
Wir sind noch ein Stuendchen geradelt und haben das erste mal unsere Zelte an einem Fluesschen aufgeschlagen. Der Platz haette auch irgendwo in der Schweiz sein koennen.
Am nachsten Morgen ging es dann aber richtig los. Die ersten 100 km sind landschaftlich wirklich sehr schoen. Da ist wieder mal ein Matterhorn, was keinen interessiert und dort ein See vieleicht 10 mal so gross wie der Bodensee nur ohne Bars und Boote. Wir haben einen Italiener getroffen der an diesem Tag seine lange Reise durch Suedamerika beenden sollte. Der Kerl sah wirklich abgekaempft aus. Das Rad und die Klamotten wird er mit Sicherheit auch nicht mehr im secondhand Laden los werden. Wir dagegen putz sauber und glaenzende Raeder. Das sollte sich schon bald aendern.
Am Ende des ersten Tages sind wir in dem einzigen Doerfchen Tollhuim eingefahren. Dort sollten wir uns ueber eine super tolle Baeckerei freuen, mit allen moeglichen Sorten Gebaeck und Brot. Nach 100 km Radfahren kommt man in solche Laeden und hat ein Kohldapmf dass man am liebsten den ganzen Laden auffressen wuerde. Ich kann mir vorstellen das die Verkaefer bestimmt ab und zu Angst bekommen, wenn die gierigen Radfahrer in die Laeden kommen.
Die kleinen Einkaufslaeden sehen aus wie die Tante Emma Laeden bei uns in den 80 er Jahre und hier klingelt noch eine Glocke wenn jemand hereinkommt.
Unser 2. Uebernachtungspaltz lag direkt an einem Zaun, wo Chrigi erstmal von einem riesigen Ochsen begruesst wurde. Zudem gab es dort einen riesigen Kadaver eines Lama aehnlichn Tieres ( Gynacos oder so .. ) Das Tier ist im Zaun haengen geblieben und wohl jaemmerlich verdurstet, wobei bestimmt edliche Ochsen dabei zugeschaut haben. Naja so ist das Leben hier.
Der naechste Tag hat wieder mit schoenem Wetter begonnen. Die Landschaft hat sich ein bischen veraendert. Die Berge sind flacher geworden, dafuer riesige Weidenflaechen mit Rindern und Schaafen. Wir hatten guten Rueckenwind und sind recht gut voran gekommen. Ich bin mir vorgekommen als schaue ich im Kino ein Westernfilm und jeden Moment koennte ein Pfeil auf uns Gringos abgeschossen werden.
Noch hatten wir Rueckenwind. Doch kurz vor Rio Grande sollten wir einen ersten Geschmack bekommen warum Feuerland auch Land der Winde genannt wird.
Wir kaempften uns nochmal 10 km durch Rio Grande, wo wir nach 230 km wieder unsere Lebensmittelvorraete auffrischen koennten, bevor wir dann die Zelte aufstellten. Abends hat uns beim kochen kurz ein Regenschauer erwischt, aber damit kann man leben bzw. muss man.
Am vierten Tag ging es endlang der Atlantikkueste Richtung chilenische Grenze mit starkem Seitenwind von Westen. Nachmittags sind wir dann an der chilenischen Grenze angekommen. Und ab jetzt fing das Leben richtig an. Gegenwind vom feinsten. Hier kaempft man seine 30 kg Gepaeck und das Rad mit ca. 7-9 km/h vorwaerts. Wir haben noch 2 Stunden gekaempft bevor wir das Zelt mitten in der riesigen Pampa aufgestellt hatten. Essen kochen und rein in die warmen Schlafsaecke. Sobald man im Schlafsack liegt und die waerme in einen dringt, kaempft man mit dem wachbleiben auch wenn es erst  19:00 Uhr ist. Das Radfahren zehrt nunmal an den Kraeften. Ich bin einmal mitten in der Nacht auf dem Ruecken liegend aufgewacht, obwohl ich normal gar nicht auf dem Ruecken schlafen kann. Auf einmal geht alles.
Ab der chilenischen Grenze geht aus auf 150 km ueber Schotter bis nach Porvenir Richtung Westen woher der Wind weht. Dies wahren bestimmt einer meiner haertesten Radtage. Der vierte Tag begann ohne Wind und ich bin schon um 6:00 Uhr morgens zu Chrigi um Ihn zu wecken wir sollten los um die Windstille auszunutzen. Im laufe des Tages war der Wind recht schwach dafuer hatte es angefangen zu regnen und die Schotter und Wellblechpiste wuerde weicher. Unsere schweren Raeder hinterlassen dann tiefere Spuren, was natuerlich mehr Kraft kostet. In der Pampa zu fahren ist auch etwas eintoenig man sieht die Strasse bis zum Horizont. Kommt man an einen Huegel ist das naechste Bild das gleiche wie vorher, Strasse soweit das Auge reicht. Und das Bild kommt bestimmt 20 mal vor.

Wir haben auf der Schotterpiste am 1 . Tag 83 km gefahren, was schon Ok ist. Abends hat nochmal ein Sturm aufgezogen, aber wir hatten ein schoenes Plaezchen gefunden mit einer kleinen Bushaltstelle, welche windgeschuetzt war.
Der letzte Tag mit 60 km sollte nochmal einiges abverlangen. Hier hatten wir oft starken Gegenwind und es ging rauf und runter. Dafuer wurden wir belohnt indem wir z.B Delfine links neben unsere Piste beobachten konnten. Bei solchen Erlebnissen ist die Anstrengung vergessen.
Gegen drei Uhr sind wir dann erleichtert in Porvenir eingelaufen. Unterwegs haben wir uns mit einem Cervezza motiviert, was wir uns dann natuerlich auch gekoennt haben.
Nach 5 Tagen Wildnis und unverfaelschtem Naturerlebnis gleicht eine warme Dusche einem Wellnesbereich in einer Therme. Wir stehen wieder mit grossen Augen in einer kleinen Backerei und wollen alles aufessen. Einen Teil haben wir gepackt.

Wir haben jetzt ca. 480 km mit dem Rad zurueckgelegt und haben dafuer 5 Tage gebraucht. Dies ist ein ziemlich guter Schnitt, wenn man auch die Bedingungen betrachtet. Aber dass ist eher nebensaechlich. Auf Chrigis Block koennen Interessiert eine genaue Statistik der Tagesleistung nachlesen.

So morgen geht es mit der Fahere nach Punta Arenas, dann Richtung Norden nach Puerto Natales. Unterwegs wollen wir mit dem Rad zu einer Pinguin Kolonie vorstossen. Mal sehen ob uns dass gelingt bzw. ob die Pinguine auf uns warten. Ich werde es berichten

Euer Falko rastlos mit Chrigi


Hier werden die Raeder zusammengebaut. Bei Chrigi laeuft das wie aus dem eff eff.
Mit Sicherheit die suedlichste Radwerkstatt der Welt.



der suedlichste Flughafen auf unserem Planeten mit der bestimmt suedl. Kloschuessel u.s.w





Ushuaia haben wir ca. 2 Stunden gegoennt





die 1. Zeltnacht


Waelder ohne Ende - Natur pur



am Garibaldi Pass


der harte Winter zollt sein Tribut


Diese Rad lag neben dem Lago Fangano


Ok es ist etwas geschmacklos, aber so ist es das Leben. Diese Lama ist im Zaun hanegen geblieben - kein schoenes ableben besonders wenn 10 Ochsen davor stehen und zuschauen. Im Hintergrund sieht man unsere Nachtlager, so konnten wir noch etwas von den Rippen fuer unsere Suppe schneiden.


vor Diesen Tieren wird auch gewarnt - wir haben Sie sehr oft gesehen - sehr schoene Tiere


der Atlantik ist erreicht.


stolzer Radler


bei der verdienten Mittagspause



Zahnpflege auch in der Wildnis


Zwei Radler bei der Mittagspause in windgeschuetzter Bushaltestelle im Nirgendwo


an Alle Tierliebhaber ich war das nicht


Imbiss an der argentinisch-chilenischen Grenze - Kaffe ? No !


der Kampf hat begonnen Schotter und Wind


Willkommen in Chile - nach einem Laster hat man eine andere Gesichtsfarbe - hier ist auch mein Tacho weggeweht- ja wirklich !


die erste nacht in der Pampa - bei aller Romantik - es ist auch bitter kalt wir hatten Bodenfrost und unser Wasser war kaum trinkbar so kalt


Flamingos


Strasse nach Nirgendwo - hier links hatten wir Delfine gesehen - ein tolles Erlebnis ca. 50 m von uns


Gynacos ( lebend )


Lagune


auf die Durchquerung von Feuerland ein Feuerwasser - ma bedenke die Groesse - 1 Liter Flaschen sollte man in BRD auch mal einfuehren - da muss man nicht staendig bestellen

so etwas faellt einem nach genuegend Feuerwasser ein - das Hotelzimmer ist auch eine Trockenkammer

1 Kommentar:

  1. Hallo Falko,
    sind von deiner sportlichen Leistung bisher schwer beeindruckt. Schön das es euch gut geht.
    Bei uns ist alles super. Wir kümmern uns erstklassik um unser neues "Haustier". Sie ist bisher sehr pflegeleicht. Sind schon auf deine nächsten Einträge gespannt.
    Liebe Grüsse Peter u. Jennifer

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